Was unterscheidet den GEMA-Spitzel Jo Ruhland vom NSA-Whistler Edward Snowden?

Oder: Who the fuck is IM Friedrich?

Berlin, 2. Nov 2013

Handelt es sich um einen Spitzel, einen Verräter, einen Abtrünnigen, Untreuen, Denunzianten …oder um einen Whistleblower? Worin liegt der Unterschied?
Also d e r ist ganz einfach:
Denunzianten und Spitzel verraten ausnahmslos Menschen, die deutlich UNTER ihnen selbst im gesellschaftlichen Hierarchiegefüge angesiedelt sind – denkt zumindest der Spitzel.
Whistleblower dagegen „verraten“ ausnahmslos Menschen die deutlich ÜBER ihnen selbst ihr Unwesen treiben!

Es geht einfach um Herkunft und Richtung: So lange der Verrat von oben nach unten gesteuert und organisiert werden kann, sind Verräter, Spitzel und Spione lieb Kind Ihrer Auftraggeber und werden entsprechend be- und entlohnt.
Das war bei den Nazis oder bei der Stasi so – deren in Würden gealterte Spitzel auch heute noch mit einer gewaltigen Rente und sonstigen Meriten ihrem Ende entgegendämmern.
All dies ist nämlich offenbar in Ordnung, korrekt und verdienstvoll.
Opferschutz, Strafe, Wiedergutmachung? Nix da! Oder wie der Altberliner zu sagen pflegt: Fotzntitte?
Es waren Staatsdiener, die sich für das „Gemeinwohl“ ganz devot und höchst bereitwillig manches Mal sogar so weit erniedrigt hatten, dass sie ihre Nachbarn und wenn sie es für nötig hielten, ihre eigene Frau/ ihren eigenen Mann und Kinder, Onkel, Tanten, kurz: die gesamte Familie an den Staat verrieten.
Helden des Katzbuckelns und Arschkriechens.
Die darf man schon aus reiner Dankbarkeit natürlich nicht im Alter allein lassen.

Verraten und verkauft, das waren nur die Opfer.

Anders, wenn jemand aus einer Küche plaudert, die an höherer Stelle ihre Süppchen kocht.
Wie Mr. Snowden – der „Verräter“ von Staatsgeheimnissen. Das heißt dann Geheimnisverrat.

Merke: Der Whistleblower ist gefährlich für die Herrschenden – der Denunziant dagegen nur für die Beherrschten. Und: Nur die Herrschenden dürfen Geheimnisse haben, nicht so die Beherrschten, die müssen nämlich immer alles offenbaren - freiwillig, und "wenn's eben sein muss": unfreiwillig.

Und darin liegt zum Beispiel auch ganz konkret der gewaltige Unterschied zwischen einem verabscheuungswürdigen Jo Ruhland und einem bewunderswerten Herrn Edward Snowden.
Für Blöde: Der Denunziant erzählt seinen Auftraggebern das, was sie hören wollen und dient ihnen gleichzeitig als „Zeuge“ vor einem Gericht. Dafür bezahlen sie ihn. Ansonsten hält er die Schnauze, lebt völlig verdeckt und gibt sich nicht zu erkennen und erhält "Zeugenschutz".
Der Whistleblower dagegen plappert aus, was seine Auftraggeber per contractem eigentlich für sich behalten wollten, weshalb er gegen seinen „Arbeitsvertrag“ verstösst: Aber er berichtet seine „Betriebs-Geheimnisse“ der ganzen Welt. Also allen Menschen. Dir und mir.
Dadurch erzielt er keine Vorteile wie ein Herr Ruhland – nein, nur Nachteile und Strafverfolgung.
In USA…? Vielleicht gar die Todesstrafe?
Und er landet auch keinen Super-Coup, wie der/die Verkäufer der Steuer-Betrüger-CDs zum Beispiel – der/die Millionen kassieren konnte/n, und zwar ganz legal.
Aber er wird populär, was ungerecht gegenüber Herrn Ruhland ist, deshalb ist dieses Blog diesem Herrn gewidmet.

Sie fragen jetzt sicher, wie ich darauf komme, einen völlig unbekannten und nichtssagenden Herrn Ruhland mit dem Herrn Super-Snowden vergleichen zu wollen?
Ganz einfach: Beide dienen sich als ZEUGE für Machenschaften an, deren Urheber und Unternehmer gegen Gesetze verstoßen haben, oder verstoßen haben sollen.

Der eine nach oben, der andere nach unten:


In beiden Fällen ist der Wahrheitsgehalt der Zeugenaussagen kaum oder nicht überprüfbar, reichte aber z.B. im Falle eines Jo Ruhland aus, dass eine deutsche Richterin in einem schriftlichen Verfahren (!) dem Kläger GEMA Recht geben zu müssen entschied...

Und nicht etwa mir. Ich hatte darüber hinaus wegen einer juristischen Spitzfindigkeit (ausgekungelt zwischen dieser Richterin und der GEMA-Rechtsanwältin) noch nicht einmal das Recht, in eine Berufung zu gehen. Jo Ruhland konnte sich also absolut sicher fühlen.
Willkommen im Rechtsstaat der BRD.

Was würden nun die amerikanischen Richter mit Herrn Snowden machen? Na? Wie sagt Atze? Ja nee, is klar...

Hier scheißen sie sich in den oberen Etagen alle in die Hosen, Snowden endlich Asyl zu gewähren. Er ist laut unserem IM (Innenminister) H.P. Friedrich „nicht politisch verfolgt“. Ich dagegen kenne niemand, der mehr als Snowden eine politische Verfolgung für sich in Anspruch nehmen könnte.

Deshalb: So jemand wie Jo Ruhland soll sich in die Hosen scheißen müssen, all die alten Stasi und Nazi Verbrecher sollen sich in die Hosen scheißen müssen...und nicht so jemand wie Edard Snowden.
Edward Snowden ist  m e i n  Freund – nein, er ist unser aller Freund.

Und seine Botschaft ist klar: Er rückt seine Erkenntnisse erst raus, wenn er Garantien erhält.

Ich würde es nicht anders machen. Eine Mischung zwischen einem Steuer-CD-Dealer und einem Wiki-Leaks-Helden. Der Dealer wird reich und kann sein Leben als Unbekannter und Nichtverfolgter fortan fristen, der WL-Held wird sein Leben lang im Knast sitzen und Snowden wird hoffentlich durch seine inzwischen erlangte Berühmtheit in Europa eine sichere Heimat ohne Verfolgung finden.

Aber ich, ich nutze dieses Zeitfenster, um einen wirklichen Denunzianten und Speichellecker richtig populär und bekannt zu machen. Der Name Jo Ruhland wird ab heute in die GEMA-Geschichte eingehen.


Franz de Bÿl

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Zirkusreif! Bravissimo.