Die Google-sichere Weste – demnächst in meinem Online-Shop…!


Franz de Bÿl vs. Google
Berlin, 17. Mai 2013

Eigentlich wollte ich erst noch abwarten, wie sich die Sache weiter entwickelt, aber nach dem aktuellen BGH-Urteil in Sachen Google (http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article116191741/Auch-Google-muss-Menschen-vor-Rufmord-schuetzen.html) denke ich, ich kann ja doch schon mal erzählen, welche Probleme ich selbst mit den Damen und Herren von Google seit Jahren habe und weshalb ich vor kurzem erst eine Einstweilige Verfügung beantragt und jetzt eine Klage eingereicht habe.

Aber hier erstmal der Hintergrund:

· Klage vor dem Amtsgericht Charlottenburg
· Anlage Email-Schriftverkehr Fdb <|> Google
· Entgegnung RAe Google
· Erweiterte Klagebegründung
· Beispiel PDJC-Blog


Es geht also – wie auch in dem aktuellen BGH-Fall – im weitesten Sinne darum, mit welchen Methoden Google seine Umsätze erzielt. Wie hieß das doch gleich…? Ja, richtig: Geschäftsmodell!
Auf gut deutsch: Allen Leuten erzählen, dass es sich doch nur um einen Algorithmus handeln und Google da ja doch selbst gar nicht eingreifen würde, deshalb eben auch selbst keine Wertungen usw. vornähme usw.usw.


Und deshalb schlägt der Google-Anwalt gleich volle Möhre zurück - natürlich ganz sicher auch deshalb, um unsere sowieso völlig überlasteten RichterInnen gleich von vornherein zum Stöhnen zu bringen...
Merkwürdig aber, dass dieser „Algorithmus“ vordringlich Webseiten und Links bevorzugt, auf denen/durch die Google seine Werbung an die Frau und den Mann bringen kann… 
Zufall? Ja, nee, is klar…

Aus meiner Sicht verscheißert Google deshalb schlicht die ganze Welt – insbesondere die Europäer – und da insbesondere die deutschen Richter. Und irgendwie erinnert mich dieser „Algorithmus“ an die Sache mit der Begründung für die Kriegserklärung an den Irak. Nur da hieß die „Algorithmus“lüge „Massenvernichtungswaffen, die der Irak anhäufen würde“. Eben alles Lüge.

Also muss es jetzt darum gehen, auch die Mär mit diesem dussligen „Algorithmus“ endlich zu widerlegen, der nämlich nichts anderes als ein von Google mühsam aufgebauter Popanz ist, lediglich erfunden zu dem Zweck, damit keiner ihn anzweifeln kann und alle diesen Popanz anbeten müssen – insbesondere eben auch unsere deutschen Richter.
Dass dieser allegorische Rhythmus jedoch nichts anderes als eine einfache mathematische Formel ist, die ausschließlich dem Zweck dienen soll, Werbung zu verkaufen, indem sie gezielt gestreut und weltweit akquiriert werden kann, haben bisher nur Insider und Wissenschaftler – oder vielleicht noch die Leute vom CCC durchschaut.

Unter diesem Link lassen sich alle Länderkürzel von „.af“ für Afghanistan bis „cy“ für Zypern erfragen. Ergänzt man www.google..... z.B. mit „.fr“ kommt man auf die Google Search von Frankreich – „.cn“ = China, „.ru“ = Russland, usw.usw.

Bei einigen Ländern will Google noch „.co“ oder „.com“ dazwischen haben – also z.B. für Groß-Britannien „google.co.uk“, Botswana „google.co.bw“, australien „google.com.au“ usw.

Jedenfalls kann jeder auf diese Weise selber nachprüfen, wie das Google Ranking für alle Suchbegriffe in den einzelnen Ländern aussieht. Nur die Werbung ist in jedem Land eine andere – das bestimmt nämlich der Algorithmus, der die jeweils landeseigenen und halbwegs themenbezogenen Werbewilligen in die jeweiligen Webseiten verlinkt. Wir verstehen: Der Algorithmus stellt Dinge zusammen, die in ihrer fachlichen und wirtschaftlichen Bedeutung vorher von Google-Mitarbeitern klassifiziert worden sind. Sonst nichts. Die Funktionsweise ist also im eigentlichen Sinne – und wie bei allen anderen Statistiken und sonstigen Erhebungen – nach wie vor völlig und einzig von den zuvor eingestellten Werten abhängig. Wenn Google also den wissenschaftlichen oder wahrheitlichen Inhalten auch weiterhin keinen sonderlichen Wert beimisst, wird sich global nur noch das System „Brot und Spiele“ durchsetzen.

Meine Klage soll dazu beitragen, dass Google bald nicht mehr einfach machen kann, was es will – rein algorithmisch!

Franz de Bÿl

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