Franz de Bÿl trägt wieder seinen Mädchennamen

.
Berlin, 17.08.2012
Ich habe eine Erklärung zu machen. Nach jahrzehntelangen Verspottungen und Diskriminierungen in Bezug auf meinen amtlich verordneten Familiennamen „de Byl“, den ich seit 1950 nun mehr er- als ge-tragen hatte, habe ich jetzt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Namen dahingehend amtlich ändern zu lassen, dass er wieder so lautet, wie ich ihn von meinem Vater her übertragen bekam – nämlich „de Bÿl“ / „DE BӰL“ (mit Trema über dem „Ӱ“, also als Ӱ-Umlaut. Hier erstmal meine Geburtsurkunde, damit jede/r nachprüfen kann, wie mein „Mädchenname“ war:
.
Und hier die Seite 4 meines Antrages auf Namensänderung mit der Begründung meines Antrages:
.
Für meinen Sohn Bastian Remi de Bÿl gilt die Namensänderung gleichermaßen. Nach jahrzehntelangen Beleidigungen von Leuten, die alle meinten, dass es doch ungemein witzig sei, unseren Namen nicht wie „Asyl“, „Gymnasium“, „Rhythmus“ usw.usw. auszusprechen, sondern eben einheitsparteimäßig y=i wie Gysi – also „debil“, und die natürlich auch alle immer davon überzeugt waren, dass dieser „Witz“ doch nun wirklich so gewaltig sei und sie natürlich als Erste darauf gekommen sind…….kotz!, habe ich nun endgültig die Schnauze voll!! Das größte war letztens so‘n Büttel vom Job Center, der meinte: „Haha – „debil“!! Na, mit diesem Namen würde ich auch keinen Job bekommen! Hahaha“ !! Aber er hat ja gar nicht so unrecht. Dieser Name hat ohne Zweifel meine gesamte berufliche Laufbahn ganz erheblich eingeschränkt – hier nur mal ein Beispiel aus dem Jahre 1980. Es handelt sich um einen Ansager vom RIAS. Vielleicht bilde ich mir das ja schon ein, aber ich kann richtiggehend sein Grinsen sehen, wenn er genüßlich meinen Namen ankündigt:
.
Das hatte ich übrigens der damaligen Jazz-Redakteurin des RIAS Barbara Rüger zu verdanken, die das – wie schon oben gesagt – einfach irre komisch fand…
Mit der Einführung der Schreibmaschine wurde damals das Trema über dem „Y“ gestrichen – wie fast alle Sonderzeichen bis heute für Ausweise und Pässe der Bürokratie zum Opfer gefallen sind, was dem Grundrecht auf den eigenen, historisch überlieferten Namen in vielen Fällen bekannter-maßen sehr entgegenwirken kann. Und eben teilweise auch zu einer enormen Diskriminierung führen kann.
Seit Einführung des Computers und der vielfältigen Schriften-Programme gibt es jedoch überhaupt keine Probleme mehr mit Sonderzeichen und ganzen verschiedenen Alphabeten. Hier einmal der Sonderzeichen-Katalog für alle, die noch nicht wissen, wie über eine deutsche Tastatur derartige Zeichen erzeugt werden können:
.
.
Und auch einmal der vollständige Antrag und das Merkblatt – für Leute, die ein ähnliches Problem haben:
.
.
Und für meinen Freund Joe Kučera, den ich von hier aus sehr grüße, weil er zu den ganz wenigen Leuten gehörte, die meinen Namen nicht aus Bosheit oder Verspottungsabsicht sondern einfach aus ihrer sprachlichen Herkunft her falsch ausgesprochen haben. Das wäre all diesen freundlichen Menschen aber nicht passiert, wenn sie gesehen hätten, dass mein Name eben auch ein Sonderzeichen enthält, nämlich dieses…
.
.
Wie auch immer: Sobald unser Familienname amtlich und rechtskräftig wieder in den früheren Stand versetzt ist, kann ich keinem raten, ihn bewußt falsch auszusprechen. Ab dann schlägt das Imperium nämlich zurück!!
.


Franz de Bÿl, damit das klar ist!


Kommentare