Neue GEMA-Petition

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Es gibt eine neue GEMA-Petition, die von unserem sehr geschätzten Norbert Barth eingereicht wurde:
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Diese Petition wird aller Voraussicht nach jedoch wohl ins Leere laufen, und sie stellt auch keine Forderungen, die von den Politikern erfüllt werden könnten, wollten oder müssten. Die Hinweise auf die Nazi-Geschichte der GEMA sind zwar für viele Menschen sicher höchst aufschlussreich, interessant sicher auch, wie sehr die gesamte Wagner'sche Familie diese mafiaähnliche feine Gesellschaft gegründet und bis heute geprägt hat, ich glaube jedoch nicht, dass unsere Politiker sich zutrauen, hier eine "Aufsicht" übernehmen zu können. Mit den Banken ist es doch das gleiche Dilemma. Insofern halte ich diese Petition bei allem Respekt Herrn Barth gegenüber für gut gemeint aber völlig aussichtslos.
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Und bin inzwischen kurz davor, eine eigene Petition einzureichen, mit ganz konkreten und auch durchsetzbaren Forderungen, wie ich sie bereits in diesem Blog wie folgt aufgestellt hatte:
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Es wäre aus meiner Sicht viel wichtiger, mit der GEMA-Petition z.B. solche Forderungen zu verbinden wie:
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- dass die Lizenzbezüge der einzelnen Ordentlichen Mitglieder der GEMA sofort offen gelegt werden müssen (ähnlich wie bei Manager- und Politikergehältern)
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- dass eine namentliche Liste der 3.200 Ordentlichen Mitglieder öffentlich oder zumindest für alle 57.000 außerordentlichen und angeschlossenen Mitglieder der GEMA zugänglich gemacht werden muss, damit überhaupt einmal eingeschätzt werden kann, wie stark der Anteil an Verlegern und deren Verflechtung zu den angeschlossenen und außerordentlichen Mitgliedern ist.
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- dass die GEMA gezwungen wird, die Ausschüttung aller von ihr eingenommenen Lizenzen zugunsten der Interpreten in der GVL um mindestens 1000 % zu erhöhen - und zwar NUR auf Kosten ihrer eigenen Klientel und nicht auf Kosten der VG Wort. Gleichzeitig muss die GVL gezwungen werden, neue und angepasste Vergütungssätze zu erstellen, bei denen erstmalig auch Live-Auftritte ihrer Mitglieder Berücksichtigung finden.
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- dass die GEMA bei allen Kleinveranstaltern (Kneipen, jede Art Ladengeschäfte, Galerien, Schiffe, Vereine usw.) KEINE zusätzlichen oder Extra-Aufführungslizenzen verlangen darf. Alle diese Betriebe zahlen bereits eine GEMA-Pauschale für Radio-, CD-Player, TV- und PC- usw.usw. -"Veröffentlichungen" des GEMA-Repertoires. Wenn ein Live-Musiker auf einem Dampfer oder in einer Eckkneipe spielt, wird ja wohl der CD-Player oder das Radio dabei abgeschaltet. Und wenn dann von diesem Live-Musiker dasselbe gespielt wird, was zu gleicher Zeit ansonsten aus der Konserventröte brüllte, ist es längst bezahlt - und zwar mehrfach: auf jeder CD, bei jeder Rundfunkanstalt, in jedem Krankenhaus, Flughafen, jeder Kirche, jeder Schule... alle zahlen! Der einzige Unterschied besteht nur in der Leistung des Interpreten vor Ort - und NICHT der der "Komponisten/Textdichter", oder? Diese Urheber haben längst und über Gebühr kassiert. Der Interpret aber erhält weniger Gage, weil der Veranstalter gezwungen ist, für dessen Vorstellung eine nicht erklärbare, zusätzliche Abgabe an die GEMA zu leisten (...die dann von solchen Leuten wie Hans Brunckhorst letzten Endes vereinnahmt wird!).
Kurz und gut: EINE Pauschale und fertig!! Keine Sondergebühren für Live-Musik oder Großbildleinwand oder Lautsprecher auf den Toiletten (...man glaubt es nicht!).
EINE Pauschale für jeden Betrieb und gut ist! Und: Jeder Betrieb meldet, welche Musik bei ihm wie häufig gespielt wurde. Per Jahresmeldung, einfach gemacht durch die GEMA Werkerecherche und die eigene Diskothek - wie es jede FS und Rundfunkanstalt machen muss (hierzu wird es noch einige Anmerkungen im nächsten Blog geben). Dann wird plötzlich klar werden, wie unglaublich häufig z.B. Hans Brunckhorst oder Herr Wahren gespielt wird...
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- dass ein Rechtsprüfungsauftrag zur Prüfung einer Klage gegen die GEMA wegen Verstoßes gegen das Mitbestimmungsrecht, wegen Veruntreuung der eingenommenen Lizenzen, wegen undurchschaubarer und willkürlicher Erhebung von Lizenztarifen, wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht, wegen Verschleierung der Abrechnungen, wegen Nichterfüllung eines staatlichen Kulturauftrages, wegen geschäftsmäßiger und dauerhafter Übervorteilung bei gleichzeitiger Benachteiligung Einzelner usw.usw.
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Habe fertig!

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