GEMA: "Melodien für Millionen" / ein Leserbrief

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Der SPIEGEL hat in seiner Ausgabe 7/10 einen sehr interessanten Artikel von Martin U. Müller in Sachen GEMA veröffentlicht, Unter dem Titel "Melodien für Millionen" berichtet Müller unter anderem auch über einen gewissen Hans Brunckhorst und dessen Methoden, die GEMA für sich auszubeuten.
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Da ich Hans schon aus frühesten FLÖZ-Zeiten her kenne, sah ich mich erstmals genötigt, einen Leserbrief an den SPIEGEL zu verfassen, da Herrn Müller offenbar nicht bekannt ist, wie lange der gute Hans schon sein Unwesen treibt.
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Dieser Leserbrief ist leider nicht vom SPIEGEL veröffentlicht worden, soll aber meinen Blog-Lesern natürlich nicht vorenthalten bleiben:
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Der SPIEGEL Nr. 7 vom 13.02.10 – Seite 142

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Hans Brunckhorst! Diesen Namen habe ich zum ersten Mal Ende der 70-er Jahre aus dem Mund des damaligen Berliner GEMA-Bezirksdirektors vernommen, der mir einen deutlich günstigeren Tarif (??!!) für meinen JazzClub FLÖZ in Bln.-Wilmersdorf anpries, wenn ich ihm schriftlich bestätigen könnte und auch würde, dass HB im FLÖZ kein einziges Mal aufgetreten war und auch in Zukunft keine Gastspiele mit Herrn B geplant seien. Auf meine Frage, was das mit meinem GEMA-Lizenzvertrag zu tun habe, gab der Herr BezDir bekannt, dass HB seit Bestehen des FLÖZ 1976 immer runde 100 FLÖZ-Aufführungen seiner „Werke“ jährlich bei der GEMA angemeldet habe. Es stellte sich heraus, dass Herr B sich dabei lauter FLÖZ-Veranstaltungen herausgesucht hatte, bei denen wir „Jam Sessions“ u.ä. angeboten hatten. Bei derartigen Sessions werden natürlich in aller Regel keine so genannten Programmfolgen der aufgeführten Werke bei der GEMA eingereicht – also hat der gute Hans einfach bestimmt, dass immer nur seine lächerlichen Liedchen gespielt worden seien…
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Höllisch gerissen, oder? Dass HB auch nach über 40 Jahren unverändert die GEMA über den Tisch zieht, sollte z.B. für Frau Griefahn (SPD) Anlass genug sein, ihn – und nicht etwa Dieter Bohlen, was sie ja allen Ernstes einmal anstrebte – für das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen! Wenn die Umsatzangabe von rund 40.000 Euro, die HB jährlich von der GEMA an Lizenzen für seine „Aufführungen“ erhalten haben soll korrekt ist, hat er immerhin in 40 Jahren den erstaunlichen Gesamtbeschiss von rund 1,5 Mio Euro an Lizenzzahlungen ergaunert. Und das, ohne auch nur eine/n einzige/n überhaupt nennenswerte/n Komposition/Text erschaffen zu haben, die/der über dem Niveau von „Alle meine Entchen“ liegen würde. Hans Brunckhorst aber hat mit seiner Art des GEMA-Betruges wie kein Anderer bewiesen, was für ein unfähiger, verfilzter und selbstbedienerischer Verein diese Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte tatsächlich ist. HB ist vermutlich inzwischen ordentliches – also stimmberechtigtes Mitglied…
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Dass er zu all dem wohl auch noch HARTZ IV bezieht, macht ihn jedoch zum Größten! Da kann doch jeder Dagobert seinen Hut nehmen, oder?
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Hans for President!!
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Franz de Byl


Musiker & Musiklehrer (1976 bis 2004 Chef des Wilmerdorfer Jazz-Clubs FLÖZ)


http://www.franz-de-byl.com
http://www.floez.com

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Blog-Erwiderung zu Franz de Byls Blog betr. „Melodien für Millionen“

Lieber Franz,

immerhin 10 Jahre jünger als ich, lässt deine Erinnerung offensichtlich stark zu wünschen übrig, wenn du schreibst, „der GEMA-Bezirksdirektor habe Ende der 70er Jahre gesagt, ich hätte seit Bestehens des Flöz (1976) jährlich 100 Flöz-Aufführungen bei der GEMA angemeldet.“
Ich bin dir natürlich auch sehr dankbar, dass du nun endlich an die Öffentlichkeit bringst, mit welchen Mitteln die GEMA Leute zu Falschaussagen bringt (mehr dazu weiter unten). Es dürfte sich ja dann auch finanziell für dich ausgezahlt haben; sei also froh und im Nachhinein mir dankbar, dass ich dir – indirekt – zu einem günstigeren Tarif verholfen habe.

Doch nun zu den Fakten:

Die Aufnahme in die GEMA (als angeschlossenes Mitglied) habe ich am 15.12.1980 – rückwirkend für 1980 – beantragt. Der Berechtigungsvertrag wurde von der GEMA am 27.1.1981 gegengezeichnet.
Als ich von meiner 4. EUROPATOUR Ende 1985 nach Berlin zurückkehrte, erfuhr ich (ich weiß nicht mehr von wem), dass du der GEMA bestätigt haben solltest, ich sei nie bei dir aufgetreten. Das versetzte mich – gelinde gesagt – in Erstaunen, war ich doch, bevor ich nach Europa aufbrach, häufig Gast im Flöz und war auch etliche Male mit den Gruppierungen HANS & CO und BLUE STREAK dort aufgetreten und hatte – mit deiner Mithilfe als Toningenieur – im Flöz die Aufnahmen für den Sampler der BLUES COOPERATIVE BERLIN (BCB) zwischen dem 16.10. und 11.11.1980 eingespielt.
Nun weiß ich endlich, was deinen Sinneswandel bewirkt hat: Ein günstigerer GEMA-Vertrag!

Weitere Fakten:

Was immer dir der Bezirksdirektor der GEMA erzählt haben soll, ist es eher unwahrscheinlich, dass diese Begegnung der „Besonderen Art“ Ende der 70er stattgefunden hat. Noch unwahrscheinlicher ist deine Aussage, ich hätte seit 1976 „jährlich 100 Flöz-Aufführungen“ der GEMA gemeldet. Entweder bist du einem Hoax aufgesessen, oder du wirst langsam deBil (nichts für ungut mit dem Wortspiel).
Warum – um alles in der Welt – sollte ich ab 1976 Musikfolgen einreichen, wo ich doch erst 1980 Mitglied der GEMA wurde??
Da ich keine Aufführungen im Flöz „erfunden“ hatte, konnte mir die GEMA auch nichts streichen. Warum der Bezirksdirektor mit so einer wilden Story zu dir kam, fragst du ihn besser selbst – falls er noch lebt.
Wie schon gesagt, ich bin dann seit Anfang der 80er Jahre in EUROPA getourt, und das sehr ausgiebig. Für irgendwelche „Flöz-Spielchen“ hätte ich zumindest anwesend sein müssen, war aber unterwegs.

Du offenbarst dein profundes Wissen über meine kompositorischen und textlichen Leistungen, wenn du schreibst, „ich hätte keine nennenswerte Komposition, welche über dem Niveau von ALLE MEINE ENTCHEN liegt, erschaffen.“ Du, Franz de Byl, weißt Bescheid und kennst dich aus. Glückwunsch!

Von meinen „lächerlichen Liedchen“ habe ich die vergangenen Jahrzehnte gut gelebt – aber natürlich haben die Veranstalter und Journalisten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien, Frankreich, Spanien, Holland, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Aaland, Finland, den Faeroern und auf Island keine Ahnung von guter Musik, sonst hätten sie mich wohl weder gebucht, noch positive Kritiken verfasst (besuche doch mal meine HP: www.hans-blues.com).

Wenn du mich als „GEMA-Betrüger“ hinstellst, lehnst du dich allerdings sehr weit aus dem Fenster, lieber Franz. Es kann sein, dass du diesbezüglich gelegentlich Post bekommst.

Deine Vermutung, dass ich Ordentliches Mitglied (seit 2000) bin, ist richtig.

Du solltest aber über HARTZ IV keine Scherze machen – es gibt inzwischen genug Leute, die eher schlecht, als recht damit auskommen. Bei meinem Einkommen würde ich eh kein HARTZ IV bekommen, sollte ich es denn beantragen – also was soll die Scheiße, die du da von dir gibst? Könnte es Neid sein? Ich hatte letztes Jahr in Deutschland 185 Auftritte, wie viele hattest du – in Berlin?

In diesem Sinne - Hans Brunckhorst
Anonym hat gesagt…
Zahl mal Deine durch Gemabetrug kassierten Gelder zurück Du Parasitärer Wurm!
Irma la Blues hat gesagt…
Jungs, das zieht mir jetzt die Schuhe aus. Da grab ich im Internet so n büsken nach alten Blueszeiten und finde sowas.

Hat für mich eher mit senil als debyl zu tun. Noch mehr hats damit zu tun, dass wir alle miteinander heutzutage einfach keine Zeit mehr haben, uns einfach mal auf ein Bier zusammenzusetzen und die Hände zu reichen. DAS würde ich dringend empfehlen!

Lieben Gruss, Irma la Blues.
Franz de Bÿl hat gesagt…
Hallo Irma La Blues alias Jürgen Schnellbacher - oder? Also bevor du hier deine weihnachtlichen Klebemarken verteilst: Lies doch erst mal weiter! Das war schließlich noch lange nicht alles! http://franzdebylsblog.blogspot.de/2010/03/gema-betrug-oder-urheberrecht-hans.html
Du bist doch auch nicht besser als Hans Brunckhorst. Das sagt dir ein vielleicht seniler, möglicherweise debiler aber ganz sicher fragiler, sensibler und subtiler Franz