GEMA - Urheberrecht oder Urheberbetrug? Der erstaunliche Fall des Ordentlichen Mitglieds Hans Brunckhorst

Hans Brunckhorst hat meinen Leserbrief an den SPIEGEL (letzter Post) zum Artikel "Musik für Millionen" kommentiert.

Hier meine Antwort auf seinen Kommentar:

Mensch, Hans Brunckhorst!

Das ist ja wirklich eine große Freude, dass du dir die Mühe machst, einen Kommentar zu meinem kleinen Leser-Pamphlet zu verfassen! Das gibt mir die Möglichkeit, die Brunckhorst’sche Eigendarstellung (…eine deutsche Blues-Legende!) mal gründlich auf die blanke Realität zu reduzieren! No mercy, Hans!

Aber der Reihe nach und vorweg:

Der damalige GEMA-BezDir lebt noch, er arbeitet heute in der Akademie der Künste und ich treffe ihn hin und wieder. Dass du auch heute noch offenbar absolut sicher zu sein scheinst, dass dieser Mann sich nicht mehr an die damaligen "Verhandlungen" mit dem FLÖZ-Chef wird erinnern können, liegt vermutlich daran, dass du als "ordentliches" GEMA-Mitglied natürlich genau weißt, dass sich die GEMA von ihren Leuten bereits bei deren Einstellung, aber spätestens doch bei ihrer Entlassung ein totales Stillschweigeabkommen über alle GEMA-Interna unterzeichnen lässt, und drohst mir in diesem Zusammenhang unverhohlen – wohl mit einer Anzeige wegen Verleumdung, übler Nachrede oder was?

Ich würde es an deiner Stelle besser nicht darauf ankommen lassen, dass der Mann von der GEMA auch heute noch die Klappe halten müsste und würde, sondern lieber das eigene Maul nicht so weit aufreissen, deshalb…

…bleibe ich bei meiner Darstellung - lediglich räume ich ein, dass ich mich in meiner Zeitangabe geirrt haben könnte.

Das ändert aber nichts an dem eigentlichen Geschehen – es war und bleibt einfach ein vorsätzlicher und bewusster GEMA-Betrug!
Und jetzt wirble ich noch ein wenig mehr von dem Staub auf, der sich inzwischen auf die Brunckhorst’sche "Blues-Legende" gelegt hat:
Du versuchst, mir Neid zu unterstellen, …is’ klar: Die uralte Neiddebatte der "Oberschicht", ts, ts… Grad so wie es dieser andere "gema-ordentliche" Karl-Heinz Wahren in seinem Leserbrief im SPIEGEL zu streuen versucht hat. Das älteste Totschlagargument.

Mensch Hans, wenn du ein kompositorisches Genie oder ein begnadeter Interpret wärst, oder wenigstens eine super geile Frau hättest…, dann wäre ich vielleicht neidisch auf dich, worauf sollte ich aber bei dir neidisch sein? Du bist und hast nichts von all dem.

Also ahne ich, du meinst sicher, dass ich deine schönen GEMA-Bezüge von 40.000 Euronen jährlich (laut: SPIEGEL) neidvoll im Blick hätte, also "dein" sauer ergaunertes Geld, oder? Hans, Hans, Psychologie, 1. Semester: So ist das eben, wenn man nur von sich auf andere schließt, also halte lieber auch hierbei deine große Klappe…

Du machst dich mit derartigen Unterstellungen nur selber verdächtig, ... - Moment: eine Beleidigung hab' ich dir gegenüber ja noch frei: DU ARSCHLOCH !!!
Auch bei deinem Verdacht, dass ich vom damaligen GEMA BezDir ja dann wenigstens einen günstigeren Tarif dadurch bekommen weil ich dich "verpfiffen" hätte, lässt auch tief blicken: Es zeigt nur, was du in dieser Situation zur Erreichung eines Vorteiles vermutlich getan hättest, oder? Du machst dich doch selbst zum Horst! Ich habe natürlich wahrheitsgemäß mitgeteilt, dass Herr Brunckhorst an keiner Session oder sonstigen Musikdarbietung im FLÖZ, bei der die Musiker nicht namentlich im Programm erwähnt wurden, mitgewirkt hat, weshalb die GEMA selbst nachprüfen konnte, wann und wie häufig der Name Hans Brunckhorst in unseren Programmen genannt worden war. Du wirst dich erinnern, dass das FLÖZ der erste Berliner Club war, der von Anfang an immer die komplette Besetzung der Bands in seinen Programmen abgedruckt und veröffentlicht hatte – was sogar die Stadtmagazine übernommen hatten (für Zitty und Tip damals ’ne mittelschwere Revolution…). Ich habe die Programme übrigens alle noch – also auch hier solltest du lieber die Klappe halten…
Es ging in meinem Leserbrief lediglich darum, dass du eine Unzahl von FLÖZ-Aufführungen deiner "Werke" bei der GEMA gemeldet hattest, die NIE stattgefunden haben!

Deshalb ist es auch ein weiterer „zielsicherer Schuß in den Ofen“ (Wahren im SPIEGEL), wenn du mir jetzt deine gewaltigen "185 Konzerte" jährlich an den Kopf wirfst. Ich lach mich kaputt, jeder U-Bahn-Musiker bringt es auf bis zu 365 "Konzerte" dieser Art im Jahr, du Müßiggänger! Und zwingt genauso wie du die armen (zwangsmitfahrenden) Zuhörer, sich den Scheiß für mindestens eine Haltestellendistanz anhören zu müssen.

Du hast ja früher auch schon jede Menge Straßenmusik gemacht, resp. bei der GEMA gemeldet – damals ging das noch, da hat die GEMA noch ungeprüft dafür bezahlt und (…an wen wohl?) ausgeschüttet.
Heute musst du offenbar mit deinem Blues-Mobil ständig auf Achse sein, Marke Richard Kimble auf der Flucht, um die Spuren deiner "Konzerte" derart findig und windig zu verwischen, dass die GEMA auch heute noch nichts bei dir nachprüfen kann und deinen Meldungen einfach Glauben schenken muss.

Da du mir deine website so ans Herz gelegt hast, habe ich sie mir natürlich einmal näher angesehen – es findet sich KEIN konkreter Hinweis auf vergangene oder künftige "Konzerte" von dir – zumindest nicht mehr nach 1994! Keine Werbung, keine Handzettel, Veranstaltungsorte – nüscht! Nur Staub, ein paar Zeitungsartikel, alle aus der Ur-, Vor- und Nachwendezeit, wo JEDER Deutsche in Europa höchst freundlich empfangen wurde, was soll der Scheiß?
Der selbsterklärte "große" Musiker Hans Brunckhorst existiert jedenfalls ganz offensichtlich nur in seiner eigenen Vorstellung!

Also muss weiter abgestaubt werden:
Ein nahezu historisches Telefonat mit dir – das dürfte dann so etwa 1981 stattgefunden haben – habe ich auch noch nicht vergessen, in jenem du mich zu überzeugen versucht hattest, in deinen Club "Blues Cooperative Berlin" einzutreten, da du eine ungeheure Idee entwickelt hättest, die GEMA dauerhaft über den Tisch zu ziehen. "SCH und ST" und "Country Rudi" und weeßicke seien schon drin und "sehr zufrieden" – wo sind die eigentlich heute? Insbesondere Rudi? Gibt’s den noch? Rudi hat dir doch sicher auch als Namensgeber für deinen weltberühmten Verlag

http://www.rudolphon.de

gedient, oder? Die Jungs würde ich sehr gerne noch mal treffen – und vor allem nach ihrer Meinung zu dir und deinem Weltkonzern befragen…

Verlag! Was wird denn dort verlegt? Und wohin? In die Schublade? So wie z.B. der "ordentliche" Budde-Verlag dies immer gemacht hat?

Auf deiner Verlagsseite gibt es jedenfalls nix zu hören, zu kaufen, zu bestellen oder zu sehen - still steht das Blues Mobil...

Auf deiner HP findet man aber alle deine damaligen GEMA-Mitstreiter noch – die meisten Songs, die man da als Probe zu hören bekommt, sind doch von deinen Jungs und noch ein paar späteren Adlaten eingespielt worden – und nicht etwa von dir!!!

Von dir sind lediglich ein paar solcher Songs als kleine "Alle meine Samples" zu finden:

http://hans-blues.de/music/sozialamt.html

Danke! Saaagenhaft, da haste dich wirklich selbst übertroffen!! Und soooo wahnsinnig authentisch!!! Echt Klasse!

Ach so: Deine gesamte Internetpräsenz ist auch schlichtweg überragend: Unzählige Videos von deinen Auftritten auf You Tube, jede Menge Wikis und Blogs und Presse und…- alles nur Hans Brunckhorst! Echt beeindruckend! Eine deutsche Blues-Legende...
Mein lieber Hans, nicht nur ich findet jemanden, der sich wie du bedenkenlos an den großen Blues-Musikern wie Sunny Terry & Brownie McGhee, Lightnin’ Hopkins, T-Bone Walker usw.usw. bedient und bloß einen deutschen Text auf deren originale Songs "schreibt", dann aber bei der GEMA "Text und Musik: Hans Brunckhorst" anmeldet, und auch noch einen Verlag dafür gründet, jede Menge Alibimusiker mit ins Boot nimmt undundund, nur um allein zu kassieren – nicht nur zum Kotzen, sondern schlicht kriminell! Die meisten tatsächlichen Urheber, deren Musik du seit spätestens 1980 als die deine ausgibst, sind in den allermeisten Fällen in sehr großer Armut und Krankheit inzwischen zugrunde gegangen oder gerichtet worden! Und du zeigst nicht die geringste Spur eines schlechten Gewissens, im Gegenteil, du spielst noch den "Sozialamtblues". Zynischer und menschenverachtender geht’s nicht mehr!! Widerlich! Aber: Leistung, resp. Diebstahl soll sich ja wieder lohnen müssen, nicht wahr?

Allen Mitlesern empfehle ich daher einmal, die "Musikrecherche" der GEMA zu nutzen:

https://mgonline.gema.de/werke

und bei „Titel“ z.B. eintragen: "Hartz IV Blues"…"Sozialamtblues" …etc.
und unter „Name des Beteiligten“: "Hans Brunckhorst"

Aber mal zurück zu deiner Frage, wie viele „Konzerte“ ich im letzten Jahr hatte. Natürlich nicht annähernd so viele wie du, ist ja klar, …zumindest, wenn du damit auf meine GEMA-Meldungen anspielst! Ja, es ist richtig, dass ich erst vor kurzem wieder angefangen habe, meine Konzerte bei der GEMA zu melden.

Ich habe nämlich zwischen etwa 1992 bis zum Konkurs Ende 2004 nur noch das FLÖZ am Halse gehabt und in dieser Zeit selber so gut wie keine Konzerte (außer im FLÖZ) mehr gegeben. Da u.a. auch die GEMA einer der wesentlichen Gründe dafür war, dass das FLÖZ Pleite ging, bin ich als alleiniger Inhaber logischerweise auch mit GEMA-Schulden beim Konkurs zurückgeblieben. Die GEMA hat sich danach aus den ihrem Mitglied FdB zu erstattenden Lizenzen so lange bedient, bis die Verbindlichkeiten des Veranstalters FdB getilgt waren, weshalb sich mein Interesse, der GEMA alle meine zwischenzeitlichen Europa-Tourneen zu melden, verständlicherweise in engsten Grenzen hielt. Und natürlich war ich gezwungen, nach der FLÖZ-Pleite Hartz IV zu beantragen und eine neue Existenz aufzubauen, aber inzwischen bin ich aus dem Gröbsten raus, habe eine kleine und sehr gut ausgestattete private Musikschule in Charlottenburg und gebe auch wieder Konzerte – und auch wieder Meldungen ab - und sage: Danke Hartz IV !!! Ohne die Hilfe durch Hartz IV wäre ich nämlich genauso zugrunde gegangen wie die o.g. Blues-Legenden und dann wohl selber eine...

Alle tatsächlichen Gastspiele der letzten zwei Jahre und meine künftigen Auftritte erfährst du im Unterschied zu den von dir lediglich behaupteten aber nicht nachgewiesenen oder angekündigten schon lange Zeit auf meiner website unter

http://www.franz-de-byl.com/On_Stage/actual.html

Ich könnte jetzt noch auf die Frage eingehen, wie viele Tonträger du verkauft oder wie viel Radioplay und TV usw. du gehabt hast, weil ich in diesem Bereich mit allergrößter Sicherheit erheblich viel besser als du dastehen dürfte, aber es ist jetzt gut und ich habe keine Lust mehr…, nur noch das:

Alle Bürger im Lande, gleich ob Urheber, Verwerter, Verleger oder Veranstalter sind jetzt bei der durch die gewaltige GEMA-Petition angeregten aktuellen Diskussion angelangt, wo eben u.a. angeklagt wird, dass die Abgaben, die die GEMA von den Clubs und Konzerthäusern verlangt, immer mehr Betreiber dazu zwingen, immer weniger Konzerte bis gar keine mehr stattfinden lassen zu können.

Alle Veranstalter haben inzwischen nicht nur eine ungeheure Wut über die völlig willkürlichen, monopolistischen, dem eigenen gesetzlich vorgeschriebenen Kulturauftrag widersprechenden und quasi immer nur "per Daumen" festgesetzten, nicht nachzuvollziehenden, undurchschaubaren und grundsätzlich als völlig ungerecht empfundenen Lizenzabgabentarife entwickelt, sondern sind dazu noch absolut und zurecht empört über die Art und Weise der Eintreibung dieser Abgaben und Strafzölle, weil die GEMA diese wie eine Schutzgelderpresserbande von den Veranstaltern einfordert.
Wenn dann aber auch noch die auf diese Weise erzwungenen Lizenzabgaben über diesen völlig undemokratischen und wie in einem Kartell nur von den "ordentlichen" Mitgliedern aufgestellten „Verteilungsplan“ der GEMA regelrecht veruntreut und an Leute wie DICH ausgeschüttet werden, und die originalen Urheber in jedem Fall absolut leer ausgehen, werden die GEMA und alle 3200 "ordentlichen" Mitglieder eben zurecht zum Hassobjekt aller ehrlichen und anständigen Leute, Musiker, Komponisten und Textdichter.
Du verstehst daher meinen Leserbrief völlig falsch, wenn du denkst, dass mein Gezeter und Mordio mit Neid zu tun hätte – es ist WUT, nichts anderes als Wut!

Habe fertig!

Franz de Bÿl




Kommentare

Hanno hat gesagt…
Grosse klasse Franz! Endlich mal ein klares und deutliches Wort zum Gemabetrug und den "Geschäftsmodellen" einiger seiner "ausserordentlicher" Mitglieder. Brunckhorst ist nur einer von VIELEN Betrügern und kein mir bekannter von denen ist jemals von der Gema wg § 263 StGB angezeigt und öffentlich ermittelt/verhandelt/verurteilt worden, alles blieb IMMER Gema Intern und wurde durch "Unattraktiv-Machen" des Geschäftsmodells und Kollektiver Bestrafung aller anderen Mitglieder, versucht Gema-Intern auszuschalten, was ich auch zum Kotzen finde!
Anonym hat gesagt…
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